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Geboren, um zu Leben!

 

 Am 04.07.2010 erblickte Alles Bluna Vom Südlichen Orakel mit 510g das Licht der Welt. Sie war von Beginn an eine sehr lebendige Hündin, robbte fleißig über ihre Wurfgeschwister und die Wärmekissen und begleitete uns lautstark durch den weiteren Verlauf der Geburt. Schnell fiel mir allerdings ihr Verhalten an den Zitzen von Else auf. Bluna war sehr hektisch, wechselte häufig die Zitzen und saugte sich nicht fest. Daraufhin strich ich ihr mit einem Finger über den Gaumen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nichts feststellen, außer, dass sie sich dermaßen an meinem Finger festsaugte, dass ich ihn kaum mehr aus dem kleinen Mäulchen herausbekam. Am nächsten Morgen folgte dann die erschreckende Diagnose. Da sich ihr Verhalten an den Zitzen nicht veränderte und ihr Gewicht über Nacht auf 430g fiel, schaute ich in ihr Mäulchen hinein und sah eine Gaumenspalte. Völligst schokiert und mit Tränen in den Augen telefonierte ich mit meiner Tierärztin. Ich erinnere mich noch an meine Worte: "Ich habe einen Welpen mit einer Gaumenspalte und möchte, dass Sie sich ihn anschauen. Aber die Kleine wird nicht eingeschläfert."Zunächst wollte ich mich mit dem Thema Gaumenspalte auseinandersetzen, bevor ich eine Entscheidung treffe. Nach meinem Tierarztbesuch und vielen Telefonaten mit unterschiedlichen Menschen und verschiedensten Meinungen zum Umgang mit einer Gaumenspalte, beschloss ich, Bluna mit der Flasche aufzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich diesen starken und agilen Welpen nicht einschläfern lassen können. Also hieß es jetzt, Milch kochen und alle zwei Stunden Bluna mit der Flasche füttern. Die erste Zeit war sehr anstrengend und für mich eine enorme psychische und physische Belastung. Die Milch kam teilweise aus Blunas Nase wieder heraus, sie verschluckte sich ständig beim Trinken und nahm nur spärlich zu. Oftmals dachte ich, die kleine Maus erstickt mir auf dem Schoß. Auch optisch entsprach Bluna im Alter von zwei Wochen einem neugeborenem Welpen. Aber sie war eine Kämpferin. Ich hatte nie das Gefühl, dass Bluna nicht leben möchte bzw. massiv abbaut. Bluna war der zweite Welpe im Wurf der die Augen öffnete und marschierte bereits mit zwei Wochen selbstsicher auf allen vier Füßen durchs Leben. Ihre Geschwister waren ihr psychisch und motorisch unterlegen.     

Mit drei Wochen kam dann die Wende. Bluna nahm plötzlich regelmäßig enorm viel zu und kam den anderen Welpen vom Gewicht her immer näher. Zu dieser Zeit hatten wir unseren ersten Termin in Stuttgart bei einem Spezialisten für Kiefer - und Zahnchirurgie beim Hund. Im Alter von ca. 12 Wochen sollte die Gaumenspalte geschlossen werden.                      Mit vier Wochen wurde Bluna das erste Mal zugefüttert. Ich fütterte ihr aufgeweichtes Trockenfutter aus der Hand, was sie sehr gut aufnehmen konnte. Allerdings wollte Bluna gemeinsam mit ihren Geschwistern aus dem Futterring fressen. Und auch hiermit hatte sie keinerlei Probleme. Im Alter von fünf Wochen fraß sie völlig normal mit den anderen Welpen und trank Wasser. Die Milch lehnte sie immer mehr ab.          Im Alter von acht Wochen wog Bluna mehr wie ihre Wurfschwester. Dies war für mich ein sehr emotionaler Moment und ich fühlte mich bestätigt, dass ich diesen kleinen Welpen nie aufgegeben habe.        Dann kam der entscheidende Moment. Mit 13 Wochen sollte die Gaumenspalte geschlossen werden. Ich hatte unwahrscheinlich Angst vor dieser Operation. Ich hätte mir große Vorwürfe gemacht, wenn Bluna die OP nicht überstanden hätte, wo wir doch bis dahin diesen langen, steinigen und auch emotionalen Weg gemeinsam gegangen sind. Aber sie hat es geschafft. Die Gaumenspalte konnte in einer dreistündigen Operation komplett geschlossen werden. Der Heilungsprozess verlief komplikationslos. Bluna hat sich zu einer intelligenten, selbstbewussten, arbeitsfreudigen und agilen Hündin entwickelt. Sie war einfach geboren, um zu leben-Unser gemeinsamer Kampf hat sich enorm gelohnt. Ich möchte mich bei allen, die mich ermutigt haben, der kleinen Maus eine Chance zu geben, bedanken. Mir hat es gezeigt, dass jeder eine Chance verdient hat, und ich werde auch in Zukunft keinen Welpen direkt aufgeben. Zucht bedeutet für mich mehr, als schwarz und weiß zu sehen.

 Im März 2011 ist Bluna in ein neues zu Hause umgezogen, aber ganz klar, wird diese kleine Maus immer einen besonderen Platz in unseren Herzen haben.